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Frankreich,

Aquitanien
Vorgeschichtliche Siedlungsspuren finden sich z.B. in der Höhle von Lascaux und den Höhlen von Isturitz und Oxocelhaya. Bewohner zur Zeit der Eroberung durch die Römer (50 v. Chr.) waren durch mit Iberer vermischte keltische Stämme, wie die Vivisci, ein Stamm der Bituriger. Durch Kaiser Augustus wird 27 v.Chr. Provinz Gallia aquitania geschaffen mit Vorläufern den heutigen Städte Poitiers, Saintes und Bordeaux. Im 3.Jahrhundert wird schließlich in Aquitanien das Christentum eingeführt. Das Land besteht nun aus den Provinzen Aquitania I, Aquitania II und Novempopulana. Hauptstädte und Bischofssitze waren: Avaricum (Bourges), Burdigala (Bordeaux) und Elusa (Auch).
Im 5. Jahrhundert erzwang der Westgotenkönig Alarich vom römischen Kaiser Honorius die Erlaubnis, sich mit seinem Volk zwischen der Garonne und den Pyrenäen niederlassen zu dürfen. Zur Hauptstadt wählte er Tolosa (Toulouse). Damit war Aquitanien und ein Teil der Provincia Narbonensis von Germanen besetzt, die Anhänger des Arianismus waren. Unter König Eurich 466-485 löste Aquitania sich endgültig von Rom. Das Westgotenreich reichte nun von der Loire im Norden bis zu den Pyrenäen im Süden und im Osten bis an die Rhône.
Im Jahr 607 schlugen die Franken unter Chlodwig die Westgoten und ihren König Alarich II. in der Schlacht von Vouillé (bei Poitiers). Das Westgoten-Reich wurde geteilt. Die Franken erhielten alles bis auf den Küstenstreifen entlang des Mittelmeers zwischen Rhône und Pyrenäen (Septimania).
Chlodwig starb 511 und das Frankenreich wurde unter seine Söhne aufgeteilt. Chlodomer erhielt Westaquitanien und Orléans, sein Bruder Theuderich bekam u.a. Ostaquitanien und Reims. Unter Dagobert (629-639) war Aquitanien ein unabhängiges Fürstentum. Die Merowinger-Dynastie verlor Mitte des 7. Jahrhunderts an Macht und der südliche Teil Aquitaniens löste sich durch den Einfluss der Basken, die etwa hundert Jahre zuvor verstärkt über die Pyrenäen von Süden her eingewandert waren, vom Frankenreich. Man nannte diese Region jetzt auch Vasconia oder Gascogne (lat. Vascones=Basken).
711 eroberten die Sarazenen Spanien und die Mittelmeerprovinz Septimania. Als sie über die Pyrenäen in die Gascogne einwanderten, rief Odo, der Herzog von Aquitanien, den Karolinger Karl Martell zu Hilfe. Bei Poitiers besiegte dieser 732 die spanischen Sarazenen und der maurische Einfluss wurde zurückgedrängt (reconquista), zunächst in Frankreich, später auch in Spanien. Nach Karl Martells Tod wurde sein Sohn Pippin der Kurze Alleinherrscher im Frankenreich. Er festigte die Herrschaft über Aquitanien und vertrieb die Mauren endgültig. Sein Sohn Karl der Große konnte wieder über ein Riesenreich verfügen und baute Aquitanien weiter zu einem Stützpunkt für den Kampf gegen die spanischen Mauren aus.
Ende des 9. Jahrhunderts stritten sich die Herrscher Auvergne, Toulouse und Poitiers um den Titel des Herzogs von Aquitanien. Zunächst sicherte sich der Graf von Auvergne, Wilhelm der Fromme, diesen Titel. Ein Jahrhundert später war Graf Guilhem IX. von Poitiers siegreich. Sein Nachkommen im 10. und 11. Jahrhundert konnten diesen Titel halten. Wilhelm X. von Aquitanien besaß ungeheure Reichtümer.
Seine Tochter Aliénor (Eleonore von Aquitanien) sorgte dafür, dass Frankreichs Südwesten über 300 Jahre lang im Besitz der englischen Krone war. 1137 heiratete sie, 16jährig, den späteren französischen König und brachte dem damals auf ein kleines Gebiet um Paris begrenzten französischen Kronland ein mächtiges Reich als Mitgift in die Ehe. Aliénor war das bunte Leben am Hof zu Poitiers gewohnt, ihr Ehemann Ludwig VII. konnte jedoch den Vergnügungen des Hoflebens nicht viel abgewinnen. Nach einem Kreuzzug nach Jerusalem kam es zu Zerwürfnis zwischen dem Königspaar von Frankreich. 1152 lassen sich Aliénor und Ludwig scheiden und nur 8 Wochen später heiratet Aliénor, die ihre Güter in Aquitanien zurückerhalten hatte, den künftigen englischen König Heinrich Plantagenet (Heinrich II. von England). Sein Reich ging als das Angevinische in die Geschichte einging und es war größer und reicher als das der französischen Krone. Aliénors Söhnen Richard Löwenherz (* 1157) und Johann ohne Land (*1166) gelang es jedoch nicht, die Herrschaft über ihre Besitzungen in Frankreich zu sichern, und als Aliénor 1204 starb, zerfiel das Land bald unter die lokalen Herrscher.
1366 begann der Hundertjährige Krieg zwischen Engländern und Franzosen, an dessen Ende die Engländer aus Aquitanien vertrieben wurden. Zwar besiegte der Schwarze Prinz, Sohn des englischen Königs Eduard III. und Herzog von Aquitanien 1346 noch die Franzosen in Poitiers. Im Jahre 1453 brachte jedoch die Schlacht von Castillon (Johanna von Orléans) den Franzosen den Sieg und sie eroberten den Südwesten Stück um Stück zurück. Die Machtstellung der Stadt Bordeaux wurde gebrochen und ein zentralistisches Regime eingeführt.
Die Bevölkerung Aquitanines gilt als britenfreundlich. Die Gegend um Bordeaux kam durch die Förderung des Weinbaus und den zollfreien Weinhandel mit England zu großem Wohlstand. Mit der Machtübernahme der Franzosen änderte sich das. Die Region verarmte und mit dem Reichtum von Bordeaux hatte ein Ende. Der Weinexport ging um 90 %, die Zahl der Bevölkerung um die Hälfte zurück. Bordeaux versuchte jahrzehntelang, sich der zentralistischen Regierung Frankreichs zu widersetzen, doch ohne Erfolg. Von 1560 - 1598 fanden Religionskriege zwischen Katholiken und Protestanten (Hugenotten) statt. Im Jahre 1572 fanden unter dem Gouverneur Montferrand in Bordeaux 2500 Hugenotten den Tod, eine Nachahmung der Pariser Bartholomäusnacht. Die Religionskämpfer wurden durch Heinrich IV. mit dessen Übertritt zum Katholizismus und dem Edikt von Nantes (1598) beendet. Aber etwa 100 Jahre später widerrief Ludwig XIV. das Edikt, und eine neuerliche Protestantenverfolgung setzte ein. Die Überlebenden flüchteten ins Ausland.
Der von Ludwig XIV. geschaffene Absolutismus benachteiligte Südfrankreich immer mehr, und die auf ihre Freiheit bedachten Städte gerieten mit Richelieu in Konflikt, vor allem Bordeaux. Erst im 17./18. Jahrhundert hatte Aquitanien eine neue Blütezeit aus der vom König legitimierten Piraterie einiger Küstenstädte (z.B. Saint-Jean-de-Luz) und aus dem Handel mit den französischen Kolonien, Afrika, Westindien und Amerika, resultierte (Sklaven, Gewürze, Zucker, Baumwolle, Kakao, Südfrüchte u.a.).
Mit der französischen Revolution nahm der Wirtschaftsaufschwung ein Ende. Die in Bordeaux gegründete Partei der Girondisten konnte 1792 zusammen mit den Jakobinern König Ludwig XVI. stürzen. 1793 wandten sich die Jakobiner gegen die Girondisten mit der Behauptung, diese hätten sich gegen die Republik verschworen. 22 girondistische Abgeordnete wurden in Bordeaux auf dem Place Gambetta guillotiniert. Später fungierte Bordeaux jedoch in Krisenzeiten drei mal als Hauptstadt: 1870 während des deutsch-französischen Krieges, 1914 zu Beginn des 1.Weltkrieges und 1940 im 2.Weltkrieg. 1939 nahm Südfrankreich 500 000 Flüchtlinge auf, die Opfer des spanischen Bürgerkrieges geworden waren. In der Zeit von 1942 – 1944 errichtete die deutsche Wehrmacht den Atlantikwall, der erst 1944 aufgrund der Luftüberlegenheit der Alliierten bei der Invasion in der Normandie durchbrochen werden konnte. Ein Großteil der Küste war mit Bunkern zubetoniert. Noch heute zeugen vereinzelte Ruinen davon, da die Deutschen keine Zeit mehr hatten, alle Bunker vor ihrem Rückzug zu sprengen. Seit 1945 findet in Aquitanien eine zunehmende industrielle Entwicklung statt und der Tourismus nahm einen ungeheuren Aufschwung.


Nordspanien
Aus dem Zeitraum 20 000 – 10 000 v. Chr. findet Höhlenmalereien, die Jäger und Sammler u. a. in der Cueva de Altamira und den Cuevas de Tito Bustillio hinterlassen haben. Um 2400 v. Chr. entstanden die ersten Megalithgräber. Ab 600 v. Chr. siedeln sich die Kelten in Nordspanien und bauen Wehrdörfer (castros); allein In Galicien sind Reste von mehr als 3000 Rundhäusern erhalten. 1. Jh. v. Chr. Unter Kaiser Augustus erobern römische Truppen die nördlichen Gebirge und damit den letzten Abschnitt der iberischen Halbinsel. Nordspanien wird in die Provincia Tarraconensis integriert. Ab 400 n. Chr. überqueren germanische "Barbarenhorden" (nach Paulus Orosius) die Pyrenäen und verdrängen die Legionäre. Im Nordwesten gründen die Sueben ein eigenes Königreich, Kantabrier und Basken bleiben von der Invasion zunächst verschont. Ab Mitte des 5. Jhs. erobern die Westgoten weite Teile des spanischen Nordens. Die Mauren unterwerfen 711 unterwerfen das Reich der Westgoten, besetzen aber nicht den Norden Spaniens. Keimzelle der christlichen Rückeroberung (Reconquista) wird das 718 von Don Pelayo gegründete Kleinkönigreich Asturien. In der Schlacht bei Roncesvalles besiegen 718 Basken die Nachhut Karls des Großen. Es entsteht das Königreich Navarra.
In Iria Flavia (Galicien) werden 820 die vermeintlichen Gebeine des Apostels Jakobus entdeckt und begründen eine Wallfahrt. Entlang des Jakobsweges entstehen romanische Kirchen und Klöster. Christliche Truppen erobern 1492 Granada, das letzte maurische Emirat. Die Katholischen Könige Ferdinand von Aragon und Isabella von Kastilien verweisen alte Juden des Landes. Im selben Jahr entdeckt Kolumbus unter spanischer Flagge Amerika. Ignatius von Loyola gründet 1534 den Orden der Societas Jesu (Jesuiten). Im Spanischen Erbfolgekrieg 1701 - 1713 zwischen den österreichischen Habsburgern und den französischen Bourbonen setzt sich die französische Dynastie durch. Es beginnt die Zeit des aufgeklärten Absolutismus. Napoleon erobert 1808 - 1814 Spanien und setzt seinen trunksüchtigen Bruder Josef als König ein.
Im 19. Jahrhundert gehören neben technischen Neuheiten wie Eisenbahn und Gaslaterne die Wahlen zu den großen Errungenschaften des Jahrhunderts. Doch die Erste Republik (1873/74) behauptet sich nur wenige Monate. Gegen Ende des 19. Jhs. zwingt die wirtschaftliche Not viele junge Männer zur Emigration nach Lateinamerika. Der zweite Versuch einer Repubrik 1931 - 1936 ist gekennzeichnet von der Kluft zwischen Kirche, Adel und Großgrundbesitz auf der einen, Sozialismus, Liberalismus und Anarchismus auf der anderen Seite. Der Konflikt zwischen Tradition und Moderne mündet 1936 - 1939 in den Spanischen Bürgerkrieg, dem 1,2 MIO. Menschen zum Opfer fällen. Die Militärdiktatur Francos von 1939 - 1975 unterdrückt die Opposition und verbietet die Regionalsprachen. In den 1960er Jahren entsteht die baskische Untergrundbewegung "Euskadi Ta Askatasuna" (ETA), die 1973 den designierten Nachfolger Francos. Ministerpräsident Luis Carrero Blanco, ermordet. Nach Francos Tod am 20. Nov. 1975) beginnt eine Phase des Überganges (Transiciòn), die von 1975 bis 1982 dauert; Spanien wird eine parlamentarische Monarchie mit König Juan Carlos I. an der Spitze. Die Sozialisten übernehmen 1982 die Regierung-, Spanien tritt der NATO bei. 1986 erfolgt die Aufnahme Spaniens in die EG. 1996 löst der konservative José-Maria Aznar Felipe González von der Regierung ab. Der 78-jährige Manuel Fraga, einst Minister unter Franco, verteidigt bei den Parlamentswahlen 2001 in Galicien die Mehrheit der konservativen Volkspartelen (PP).